M
"

Geschlossene Gesellschaften 

Zur Quelle

Genussküche mit Brasserie-Appeal
Stockumer Str. 133a
44225 Dortmund

Zur Quelle / Öffnungszeiten

Donnerstag und Freitag ab 17:00, Küche ab 18:00. Samstag und Sonntag 14:00 - 18:00, Küche ab 14:00. Der Samstagabend bleibt privaten Feiern vorbehalten. Termine bitte anfragen.

 
Zur Quelle / Geschlossene Gesellschaften

Wann gefeiert wird erfahrt ihr hier. Wer gefeiert wird erfahrt ihr hier nicht. Mit Abstand das Coolste: selbst feiern. Anrufen, schreiben oder einfach fragen.

Zur Quelle / Blog

Keine Ergebnisse gefunden

Die angefragte Seite konnte nicht gefunden werden. Verfeinern Sie Ihre Suche oder verwenden Sie die Navigation oben, um den Beitrag zu finden.

zqdo-image-zur-qelle-big

Herz ausschütten erlaubt

Über Corona, unsere Gäste und uns

von Udo Brosko

4. September 2020

Der Sommer ist fast vorüber, die schwülen Temperaturen sind passé. Die letzten Wochen haben uns Dank des schönen Wetters gut getan (und enorm viel Kraft gekostet). Das kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass mehr als fünfundvierzig Prozent des Jahresumsatzes futsch sind und bleiben. Nach wie vor machen wir uns große Sorgen um unsere Zukunft in der Quelle. Nicht nur in der Gastronomie heißt das Gebot der Stunde: Kosten reduzieren wo es geht. Für uns gilt das, begrenzt, ebenfalls. Üblicherweise fängt man damit beim Personal an. 

Mal abgesehen davon, dass das für uns nicht taugt, wüssten wir auch gar nicht, wer wen entlassen sollte, um Kosten zu minimieren und den Betrieb aufrechtzuerhalten. Denn mit weniger als zwei Leuten lässt sich unser Konzept nicht umsetzen und das ist bereits das absolute Minimum und funktioniert nur, indem man selbständig arbeitet – nämlich selbst und ständig. Deshalb freuen wir uns, wenn uns an Wochenenden und bei größeren Gesellschaften unsere wunderbare Nichte Paulina unterstützt. Einsparen lässt sich da wirklich nix!

„Im Einkauf liegt der Gewinn“, sagt der hanseatische Kaufmann und noch unverblümter versucht es der italienische Pizzabäcker auszudrücken: „Musse kaufe ein fur eine Euro unte musse verkaufe fur zehn odda noche mehr“. Beide Kalkulationsmodelle lehnen wir ab. Daran kann auch Corona nichts ändern. Wir verarbeiten für euch weiterhin Lebensmittel von bester Qualität und schenken euch Weine von Top-Winzern aus. Wir kooperieren immer mehr mit regionalen Erzeugern, um Transportwege zu verringern und kleinere Betriebe zu unterstützen. Mindestens das hat Covid-19 bewirkt.

Der Aufwand, euch in Corona-Zeiten zufrieden zu stellen, ist dennoch erheblich. Die Vorgaben der Coronaschutzverordnung umzusetzen und zu kontrollieren erfordern eher mehr als weniger Personal. Gleichzeitig servieren, Fragen beantworten, beraten, Bestellungen entgegen nehmen, abräumen, Tische und Stühle desinfizieren, Bier zapfen, Weinempfehlungen geben, Gäste platzieren, Terminanfragen und Reservierungen am Telefon beantworten, small talken, á la minute kochen, aufräumen, Gläser und alles andere spülen, Küche reinigen, einkaufen, backen und, und, und ….

Das zerrt vor allem dann an den Nerven, wenn schlecht informierte, oder was noch schlimmer ist, ignorante Gäste kommen. Mitdenken und solidarisch sein, das wünschen wir uns in diesen schwierigen Zeiten von allen. Das hat bisher recht gut geklappt und lässt weiter hoffen. Nur manchmal, und gerade dann, wenn besonders viel los ist, überkommen uns Zweifel.

Beispiel-Szenario:
Ein Tisch mit mehreren Personen. Neue Getränke werden gewünscht. Der Service kommt. Am Tisch wird durcheinander geredet, engagiert diskutiert. Die Bestellung ist dennoch aufgegeben. Sicherheitshalber fragt der Service noch mal nach. Nein, heißt es, mehr nicht, ich hab noch … Minuten später. Die Getränke werden gebracht, wie bestellt. Leere Gläser werden aufgenommen. Der Service ist im Begriff zu gehen. Plötzlich!!! „Bringße mir nochn Stösschen?“. Spätestens hier kriegt man eine Ahnung davon, warum es im öffentlichen Raum zu immer mehr körperlichen Übergriffen aus dem Affekt mit tödlichem Ausgang kommt. Soweit muss es doch nicht kommen, oder?

Also: Denkt mit und macht mit. Auch Sonderwünsche erfüllen wir gern, aber nicht wenn die Hütte brennt, sorry! Da nützt es auch nix, wenn man eine halbe Stunde vorher kommt. Wenn ihr spezielle Essenswünsche habt, fragt zwei, drei Tage vorher an und wir sagen euch, ob es klappt. Auch unseren Stammgästen empfehlen wir zu reservieren – das hilft nicht nur bei der Planung sondern auch beim Einkauf. Ausserdem fördert es die positive Stimmung von uns allen – nicht nur in Corona-Zeiten. Einfach anrufen, oder schreiben, gelle.

Und wenn der seltene Fall eintritt, dass euch mal was nicht geschmeckt hat, überlegt euch den Zeitpunkt und die Form der Kritik. Denkt daran, dass ihr jahrelang liebevoll bewirtet, bekocht und unterhalten wurdet und viele unvergessliche, unbeschwerte Stunden in der Quelle erlebt habt. Wir übrigens auch mit euch! Aber ja, es ist und bleibt ein heikles Kapitel, das mit dem Geschmack und so …. Wir schicken mal einen vor, der es auf den Punkt bringt und uns aus der Seele spricht. Jürgen Dollase heißt der gute Mann. Er war jahrelang Gastrokritiker der FAZ, ist Buchautor und geschätzter Genussmensch.

Zuerst einmal sollte man sich – immer noch und wieder einmal – von dem Märchen lösen, beim Essen sei alles „Geschmackssache“, das Urteil über gut oder schlecht liege also bei jedem Einzelnen und das sei auch richtig so und ein solches privates Geschmacksurteil sei völlig in Ordnung. Selbstverständlich kann niemand einen Esser davon abhalten, seine Meinung über die Qualität eines Essens zu sagen. In dem Moment aber, wo aus dieser Privatmeinung – die ja schließlich voll und ganz das Produkt der individuellen kulinarischen Sozialisation ist – ein nach außen getragenes Urteil mit dem Anspruch auf Gültigkeit wird, steht die Aussage in einem Umfeld, in dem sie überprüft oder kritisiert werden kann. Und da relativiert sich ihre Gültigkeit ganz entscheidend. Wenn also jemand ein Essen „lecker“ findet, der im Grunde kaum eine Möglichkeit hat, dieses Essen über Vergleiche einzuschätzen, ist seine Aussage von keinem besonderen Wert und sollte von außen auch so eingeordnet werden.

(5.8., Eat-Drink-Think)

Es sind schwierige Zeiten. Wir alle sind aufgefordert, uns solidarisch zu verhalten, besonders wenn demnächt alles wieder drinnen stattfindet. Wir prüfen gerade die Anschaffung einer Lüftungsanlage, die uns davon entbinden würde, alle fünfzehn Minuten Türen und Fenster zu öffnen, um den vorgeschriebenen Luftaustausch sicher zu stellen (wie war das doch gleich mit den Kosten und dem Sparen …).

Unterstützt uns bei der Einhaltung der Vorschriften, sonst können wir empfindlich zur Kasse gebeten werden. Helft mit und denkt immer daran: Wir machen das alles nur für uns. Solange wir das Gefühl haben, dass es noch Freude macht Gäste zu bewirten, geht es in der Quelle weiter – trotz Corona – und da kommt ihr dann wieder ins Spiel ….

Beate und Udo